Das Loslassen

Der Herbst schreibt einmal mehr die schönsten Geschichten.

Farbenrausch in allen Schattierungen, immer noch Blütenzauber und üppig Beeren an Sträuchern. Gleichzeitig fallen tanzend Blätter von den Bäumen. Loslassen einmal mehr. Die Natur macht es jedes Jahr scheinbar einfach und problemlos.
Doch beim genauen einlassen in diesen Rhythmus beobachte ich, dass es grosse Unterschiede gibt. Teilweise sind noch saftig grüne Blätter neben gelben, orangen und goldenen. Dann gibt es Bäume die nur noch im Astgerippe dastehen. Buchen haben oft Blätter bis in den Frühling hinein, braun und erfroren und lassen erst los, wenn bereits die Knospen spriessen, das Neue sich zeigt.
Also auch hier hat jeder seinen eigenen Takt und Rhythmus.

Loslassen, scheinbar einfach

Vielleicht stimmt das für manche Dinge. Doch es gibt Verletzungen, Erlebnisse und Erfahrungen die sich tief eingegraben haben und immer noch Nagen und Schmerzen. Bei allen gut gemeinten Ratschlägen mag es nicht gelingen, dieses Loslassen. Wieder und wieder stellt sich mir die Frage, ob es auch Dinge gibt, die man gerne mitnehmen möchte, als Narbe die mit den Jahren weniger wird.
Stürme gibt es immer wieder, analog den Herbststürmen welche die Bäume entblättern. Unsere Stürme bringen uns vielleicht dahin, dass wir genauer hinsehen möchten um Frieden zu finden und um die Wunden von den Narben unterscheiden zu können. Den Erfahrungsschatz nehmen wir mit, sind reifer und gestärkt und daran gewachsen.
Manchmal ist es die Last, die zu schwer wird und uns erkennen lässt, dass sie uns schwächt. Neue Wege erforschen, einhergehend mit alte Spuren verlassen.

Reflektionsfragen:

  • Was darf mitkommen an Erfahrung, Erkenntnis und Erleichterung?
  • Was kann ich zurücklassen?
  • Welcher Schmerz braucht nochmals Aufmerksamkeit und Anerkennung?
  • Welche Emotionen wollen gesehen werden?
  • Wo gibt es eine Überforderung?

Lass los, was dich verhindert.

So, wie der Herbst den prächtigsten Baum schüttelt, so schüttelt uns das Leben selbst. Du darfst frei sein von den Belastungen der Vergangenheit.

Lass los was deinen Lebensfluss hindert und nimm mit was dich wachsen lässt.